{"id":57,"date":"2011-03-29T09:46:20","date_gmt":"2011-03-29T09:46:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.28ppp.de\/anja-kohagen\/?p=57"},"modified":"2011-03-31T09:51:10","modified_gmt":"2011-03-31T09:51:10","slug":"auswahlverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.28ppp.de\/anja-kohagen\/2011\/03\/29\/auswahlverfahren\/","title":{"rendered":"Das Auswahlverfahren und wie ich zu meinem Stipendium kam"},"content":{"rendered":"<p>Nachtr\u00e4glich m\u00f6chte ich euch auch nochmal etwas \u00fcber das Auswahlverfahren berichten.<\/p>\n<p>Man sollte n\u00e4mlich nicht verachten, wie viel Arbeit da drin steckt. Doch komm ich nun erstmal zum Anfang. Wie habe ich \u00fcberhaupt von dem Programm erfahren? Meine Ausbilderin ist durch Zufall darauf gesto\u00dfen und da sie wusste, dass ich nach meiner Ausbildung gerne ein Jahr im Ausland verbringen wollte, schickte sie mir den Link zu.<\/p>\n<p>Je mehr ich von dem Programm las und nachdem ich mittels Google auch schon einige Blogs von derzeitigen Teilnehmern finden konnte, desto mehr wollte ich das Stipendium. Es war einfach ein Traum! Jeden Morgen wachte ich auf und wollte es noch mehr als am Vortag. Wo sonst bekommt man diese wahnsinns Chance sowohl auf ein College zu gehen, als auch ein berufsbezogenes Praktikum zu machen und sich\u00a0dar\u00fcber hinaus auch noch\u00a0sozial dort engagieren zu k\u00f6nnen?\u00a0Sonst gibt es ja immer nur die einseitigen Programme, die nur eine Sache davon bieten, ob nun ein Praktikum in einem ausl\u00e4ndischen Betrieb, ein Auslandssemester w\u00e4hrend des Studiums, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder als AuPair f\u00fcr 1 Jahr ins Ausland zu gehen, das alles war zwar auch toll, aber lange nicht so toll wie das PPP. Denn das Besondere an diesem Programm ist ja auch, dass ein Bundestagsabgeordneter\u00a0die Patenschaft f\u00fcr einen der Teilnehmer \u00fcbernimmt. Mit dem Stipendium kann ich nun alles verbinden und mein soziales Engagement auch in den USA fortsetzen. Gesagt getan, ich f\u00fcllte also die Kurzbewerbung aus und forderte die gesamten Bewerbungsunterlagen an. Das alleine kostete schon mehrere Stunden&#8230; was die alles wissen wollten.. naja, nachdem ich dann das gesamte Bewerbungspaket zugeschickt bekommen hatte, konnte es losgehen.<\/p>\n<p>Als erstes musste ich einen englischen Lebenslauf verfassen und dann waren da noch die ganzen Fragen, die ich in einem Essay beantworten sollte&#8230; Fragen zu meiner Berufswahl, meinen pers\u00f6nlichen Interessen, warum ich gerade in die USA m\u00f6chte, wo genau ich hin m\u00f6chte, meine St\u00e4rken und Schw\u00e4chen und noch so einiges mehr&#8230; Da sa\u00df ich nun, vor einem Berg Arbeit, gut 1 1\/2 Wochen lang\u00a0sa\u00df ich jeden Abend nach der Arbeit an den Fragen, die Zeit dr\u00e4ngte, schlie\u00dflich war es schon Anfang September und die Bewerbungsunterlagen mussten bis sp\u00e4testens zum\u00a020. September bei der zust\u00e4ndigen Austauschgesellschaft Inwent (jetzt GIZ)\u00a0eingegangen sein.\u00a0 Ich lie\u00df alles mehrmals Korrektur lesen, verbesserte immer wieder hier und da noch das ein oder andere Wort und dann als ich endlich zufrieden mit meiner Bewerbung war, und ich auch die n\u00f6tigen Passbilder hatte machen lassen, konnte ich sie endlich abschicken.<\/p>\n<p>Knapp 2 Wochen vor dem Auswahlverfahren bekam ich dann endlich Post und eine Einladung zu einem Auswahlverfahren am 27.Oktober in Bonn. Puh, da musste ich erstmal schlucken. Nicht mal mehr\u00a02 Wochen bis zum Termin, was muss ich eigentlich alles daf\u00fcr wissen? Ich hatte nur eine ungef\u00e4hre Vorstellung von dem, wie das dort ablaufen w\u00fcrde. Es sollte einen schriftlichen Englisch- und einen Politiktest geben, danach eine Gruppenarbeit und anschlie\u00dfend ein Einzelgespr\u00e4ch. Doch was wird denn in so einem Englischtest abgefragt? Vokabeln? Grammatik? Ich hatte absolut keine Ahnung. Ich f\u00fchlte mich zwar eigentlich mit 12 Jahren Schulenglisch und der praktischen Anwendung auf der Arbeit (Amerikanischer Betrieb)\u00a0recht sicher und gut vorbereitet, dennoch besorgte ich mir noch ein zust\u00e4tzliches Grammatikbuch und wiederholte s\u00e4mtliche englische Grammatik. (An Vokabeln wusste ich gar nicht was ich lernen k\u00f6nnte.) Au\u00dferdem musste ich nun noch eine Bewerbung schreiben, die dann sp\u00e4ter m\u00f6glicherweise dem Patenabgeordneten zugeschickt werden sollte. Auch hierf\u00fcr mussten wieder einige Fragen beantwortet werden, wie z.B. warum ich mich f\u00fcr das PPP bewerbe, warum ich die Ziele und Verpflichtungen des Programms sehr gut erf\u00fcllen kann und wie ich mich f\u00fcr die Ziele w\u00e4hrend des Programmjahres einsetzen kann. Da ich hier in Deutschland ja schon viel Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen durch die musikalische Fr\u00fcherziehung und die Nachhilfe habe, war das schonmal auf jeden Fall ein guter Anfang. Da ich dar\u00fcber hinaus ja aber auch meine Gro\u00dfeltern regelm\u00e4\u00dfig unterst\u00fctze, sehe ich auch in der Seniorenarbeit viele M\u00f6glichkeiten mich f\u00fcr die Ziele des Programmes einzusetzen.<\/p>\n<p>Als ich am 27.10.2011 dann in Bonn ankam und noch weitere 12 Teilnehmer dort waren und uns auch noch gesagt wurde,\u00a0dass ca. 220 Personen\u00a0zu\u00a0so einem Auswahlverfahren\u00a0eingeladen wurden, konnte man sich seine Chance auf ein Stipendium\u00a0ja fast ausrechnen. Sie lag bei nur ca. 30%. Doch gro\u00dfartig nachdenken konnten wir dar\u00fcber erstmal nicht, denn dann ging es auch schon los. Im Test kam es dann doch wieder etwas anders als gedacht. Der Test war in Ahnlehnung \u00e4hnlich wie der TOEFL Test, das meiste waren Verst\u00e4ndnisfragen, wo z.B. 4 Bilder abgebildet waren und darunter ein Satz stand und man dann sagen sollte, welches Bild die richtige \u00dcbersetzung des Satzes darstellt. Danach kamen noch einige \u00dcbungen zur Structure und Grammatik und als letztes eine Reading Comprehension wo ich noch ganz\u00a0genau einen Text zur Herstellung von Pfefferminz\u00f6l in Erinnerung habe. Das war echt hart, extrem viele Fachbegriffe und ich sollte dann auch noch entscheiden welche Vokabel von 4 angegebenen die richtige ist. Naja, anscheinend habe ich auch vom Gef\u00fchl her ein gutes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die englische Sprache entwickelt und den Test mit &#8222;gut&#8220; bestanden (wie ich sp\u00e4ter erfuhr). Auch die Gruppenarbeit und das Einzelgespr\u00e4ch meisterte ich gut, wobei das Gespr\u00e4ch auch zum Teil (ca. 5min von insg. ca. 25min) auf Englisch lief. Am Ende des Auswahlverfahrens war ich ziemlich aufgeregt, weil ich zum einen insgesamt\u00a0ein ganz gutes Gef\u00fchl hatte, zum anderen weil sie uns gesagt hatten, dass wir nun warten m\u00fcssen, bis wir wieder etwas h\u00f6ren, da das ganze nun erst einmal ausgewertet werden muss und die geeignetsten Bewerbungen der Kandidaten dann an den Patenabgeordneten weitergesendet werden damit der entscheiden kann, wen er f\u00fcr das Stipendium nominiert. Wenn wir &#8222;raus&#8220; sind, w\u00fcrden wir vermutlich noch im Dezember etwas h\u00f6ren, ansonsten k\u00f6nne es noch bis Anfang M\u00e4rz dauern&#8230; Ich war geschockt&#8230; soooo lange warten? Und ich hatte Angst&#8230; gerade im Dezember rief ich deshalb fast jeden Tag bei meiner Mutti an und fragte, ob Post f\u00fcr mich gekommen sei und jedes Mal, wenn sie &#8222;nein&#8220; sagte, machte ich einen Luftsprung. Denn das war ja ein gutes Zeichen, ich WOLLTE ja gar keine Post im Dezember bekommen^^<\/p>\n<p>Nach und nach las ich von einigen Mitgliedern einer Gruppe im StudiVZ, die auch bei den Auswahlverfahren dabei waren, dass sie bereits eine Absage erhalten hatten. &#8222;Hoffentlich bekomm ich keine&#8220;, dachte ich mir immer wieder&#8230; und tats\u00e4chlich, es kam nichts. Der Jahreswechsel kam und so langsam wurde ich ungeduldig. Was ist, wenn ich das Stipendium doch nicht bekomme? Was mache ich dann im Sommer, wenn ich fertig bin mit meiner Ausbildung? Ich wollte ja gerne ins Ausland, nur musste man sich so langsam auch f\u00fcr die anderen M\u00f6glichkeiten bewerben. Also fing ich an nach AuPair Organsationen zu suchen, nachdem ich leider feststellen musste, dass so ein Praktkum im Ausland normalerweise meist unbezahlt ist und damit der ganze Aufenthalt fast unbezahlbar ist&#8230; Am 24. Januar hatte ich mich dann auch endlich &#8222;entschieden&#8220; und hatte die ideale AuPair-Austauschorganisation gefunden und forderte Informationsmaterial an, das mir in den n\u00e4chsten Tagen per Post zugeschickt werden sollte. Deshalb rief ich auch wieder jeden Tag bei Mutti an, um zu fragen, ob sie schon was bekommen hat.<\/p>\n<p>Am Mittwoch dann war ich wie immer zur Stadtorchesterprobe, die an dem Abend leider etwas langweilig war und so kam ich danach m\u00fcde und kaputt nach Hause und wollte eigentlich nur noch zu Bett&#8230; als das Telefon klingelte&#8230; Meine Mum war dran und sagte, da sei ein gro\u00dfer Briefumschlag f\u00fcr mich gekommen von der GIZ. &#8222;Na toll&#8220; dachte ich entt\u00e4uscht&#8230; das ist dann wohl meine Absage&#8230; ich hab das Stipendium nicht bekommen. W\u00e4r auch zu sch\u00f6n gewesen um wahr zu sein.. Dennoch forderte ich meine Mama auf, den Brief zu \u00f6ffnen, was sie dann auch tat. Und dann las sie mir vor &#8222;Herzlichen Gl\u00fcckwunsch Frau Kohagen, wir freuen uns, Ihnen hiermit mitteilen zu k\u00f6nnen, dass Sie von Ihrem Patenabgeordneten Herrn Eckhard Pols f\u00fcr das 28. Parlamentarische Patenschaftsprogramm nominiert wurden&#8220; Waaaaaaaaas??? Ich konnte es gar nicht glauben!! Ich hatte es bekommen? Ich, ein Stipendium? Vom Bundestag? Wow. Ich konnte meine Gef\u00fchle gar nicht in Worte fassen. Ich war einfach nur unendlich dankbar und gl\u00fccklich. Die ganze M\u00fche, die ich in die Bewerbung investiert hatte, die ganze Arbeit, die ich mir gemacht hab, die ganzen Texte die ich gelesen und gelernt hatte, um bei dem Auswahlverfahren \u00fcber die Themen PPP, Bundestag, Europa\u00a0\/ Europ\u00e4isches Parlament und \u00fcber aktuelle Themen Bescheid zu wissen&#8230; das Stipendium entsch\u00e4digte f\u00fcr alles!<\/p>\n<p>Wenn ich eines schon gelernt habe, auch wenn ich noch nicht mal losgeflogen bin, so ist es, dass es sich lohnt f\u00fcr etwas zu k\u00e4mpfen wenn man es wirklich will&#8230;jede M\u00fche und Kraft, die man\u00a0investiert um\u00a0seine Ziele zu erreichen, ist es absolut wert! \ud83d\ude09 Glaubt an euch, dann k\u00f6nnt auch ihr alles schaffen! =)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachtr\u00e4glich m\u00f6chte ich euch auch nochmal etwas \u00fcber das Auswahlverfahren berichten. Man sollte n\u00e4mlich nicht verachten, wie viel Arbeit da drin steckt. Doch komm ich nun erstmal zum Anfang. 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