23 Tage bin ich jetzt schon hier in den USA. Eigentlich ja noch nicht so lange, aber es fühlt sich an wie eine kleine Ewigkeit, wegen all den neuen Eindrücken und Menschen die man getroffen hat. Auf der andren Seite ist die Zeit bis jetzt aber auch rasend schnell vergangen. Ich habe das Gefühl, dass ich bereits jetzt ein ganzes Buch mit Eindrücken, Anekdoten und Erlebnissen schreiben könnte besonders da die erste Zeit die Zeit ist in der am meisten passiert. Da ich leider in der Zeit meiner Homestaytour nicht dazu gekommen bin meinen Bog zu schreiben Stückel ich jetzt die einzelnen Abschnitte in mehrere Blogeinträge vielleicht bin ich irgendwann dann mal aktuell. Der Blog ist auch ein bisschen Tagebuch für mich selber, seht mit bitte nach wenn der ein oder andere Text deshalb etwas zu lang ist.
2. August 2011
Abflug nach New York „Oh mein Gott jetzt geht es wirklich los“
Um 4:00 Uhr morgens bin ich mit meinen Eltern zum Flughafen Frankfurt aufgebrochen. Unglaublicherweise konnte ich in der Nacht davor sogar schlafen und war auch auf der Fahrt nicht übermäßig aufgeregt – also dafür, dass man wirklich für ein Jahr weg geht. Eine Erfahrung die auch die meisten anderen PPPler gemacht haben. Vielleicht lag es daran, dass wir alle sehr lange Zeit hatten uns auf diesen Tag „vorzubereiten“ und wir nicht alleine sondern in einer Gruppe von 50 PPPlern geflogen sind die man zum Teil schon sehr gut kannte. Nach einem Frühstück und dem Erkunden des Flughafens ging es dann zur offiziellen Verabschiedung ins Airport Conferenc Center. Auf dem Weg dorthin haben ich dann einige der anderen Teilnehmer getroffen, es war wie ein kleines Wiedersehen. Bei Der Verabschiedung hat Jutta Boehme von der GIZ dann eine kleine Rede gehalten: Dass es nicht immer leicht sein wird, das Großes vor uns liegt, wir uns persönlich weiter entwickeln werden und das eigentlich alles ein großes Abenteuer ist. Dann haben wir noch unsere T-Shirts bekommen und dann gings los zum Gate. Vor dem Securitycheck musste ich mich dann von meinen Eltern verabschieden – nicht einfach- dann durch die Sicherheitschecks usw. ab zum Gate wo nach und nach alle PPPler eintrafen. Dann ging’s an Bord des A380 und ab nach Amerika. Zum Flug ist nicht viel zu sagen, wir haben viel geredet Filme geguckt und immer wieder betont, dass wir es eigentlich noch gar nicht richtig glauben können, dass es jetzt wirklich los geht.
Um ca. 2:00 pm (Ortszeit) sind wir dann in New York gelandet. Vor der Immigration mussten wir dann zwar noch ne Zeit Schlange stehen aber alles in allem ging es doch viel schneller und leichter als wir am Anfang alle gedacht haben und Schwups waren wir in Amerika. Am Flughafen wurden wir dann von Beth und Anna von CDS (unserer Austauschorganisation, die jetzt Cultural Vistas heißt aber für mich immer CDS bleiben wird) abgeholt und mit zwei Busen getrennt nach Männern und Frauen zum YMCA gefahren. Auf der Fahrt haben wir die ersten Eindrücke gesammelt und waren davon naja so was in der Art wie überwältigt. In dem Bus – mit den Leuten die man kannte – alle Aufgeregt auf das was kommen mag – hat es sich ein bisschen wie eine Klassenfahrt angefühlt. Dieses Gefühl hat sich auch die Tage in New York gehalten.
Nachdem wir dann im YMCA unsere Zimmer bezogen haben, die zwar sehr klein sind aber auch nicht so klein, wie wir aufgrund von Berichten vermutet haben (viel schlimmer ist das es nur zwei echt kleine Aufzüge für 7 Stockwerke mit 500 Betten gibt) sind wir zum Welcomemeal zu einem Mexicaner ein paar Blocks weiter gegangen. Dort machten wir unsere ersten Erfahrungen mit der Größe amerikanischer Portionen und Buritos (im Prinzip ein großer Wrap).
Nach dem Essen haben wir dann einen Spaziergang zum Time Square gemacht. Und haben live das New York-Feeling erlebt. Oft hat man davon gehört aber wenn man es nicht selber erlebt hat kann man es einfach nicht nachvollziehen. Ich kann es auch nicht erklären aber New York ist einfach anders als alle anderen Städte die ich kenne. Nach reichlich Fotos die wir am Time Square geschossen haben sind wir zum Rocke Feller Center um und von der Aussichtsplattform New York von oben zu genießen. Da wir 30 Leute waren haben wir einen Gruppentarif bekommen. Bis wir das alles gekramt hatten hat es zwar eine Zeit gedauert und wir haben bestimmt die Kassiererin genervten als wir 630$ in 20$ und 1$ Scheinen bezahlt haben aber letztendlich hat alles geklappt. Dabei hat man zwei Sachen gemerkt: 1.) New York ist sehr teuer 21 $ nur um auf eine Aussichtplattform zu kommen und 2.) die Amerikaner haben einfach raus, wie man Sachen gut inszeniert: so hat man nicht einfach in einer Schlange vor den Aufzügen gestanden sondern konnte sich Filme und eine kleine Ausstellung angucken. Auch im Aufzug gab es eine tolle Lichtinstallation. Oben angekommen hatte man einen so unglaublichen Blick auf New York bei besten Wetter … wir haben bestimmt 1 ½ Stunden dort oben verbracht. Dann sind wir noch zum Central Park, von dort zum Time Square (der selbst Nachts Tag hell ist) und dann völlig erschöpft und übermüdetet (Bis New York 14 Stunden wach + 9 Stunden in New York zum YMCA zurpck. Ein unglaublich toller Tag! Hmm bereits zwei Seiten und ich habe gerade mal über den ersten Tag berichtet.
Der zweite Tag (3. August)
Nach gewöhnungsbedürftigen amerikanischen Frühstück (Beagles, laffer Kaffee, Schmierkäse mit Speck) sind wir ins Deutsche Haus in der Nähe von der UN gegangen. Nach einem Sicherheitscheck (man gewöhnt sich dran) haben wir dann unsere erste Seminarrunde gehabt. Bei den Seminaren ging es um Autokauf, die ersten zwei Wochen, Gastfamilie, Social Security Number usw. Viele wichtige Informationen auch wenn manches Wiederholung war und einige Sachen sich vor Ort von selber erklären. Aber wir alle haben und hatten das Gefühl, wirklich gut vorbereitet worden zu sein. In der Mittagspause haben wir dann mit anderen PPPlern in einem Pub unseren ersten amerikanischen Burger gegessen. Am Anfang waren wir etwas verwirrt, da man nicht einfach einen Burger bestellt sondern man sich dann noch zwischen verschiedenen Käsesorten , Fleischarten und Medium und Rare entscheiden musste. Danach gab’s noch Nachmittagsseminare und dann … halt Stopp, da ist doch noch eine Story dich unbedingt erzählen muss: Als wir Fotos neben Skulpturen gemacht haben hat uns ein Mann angesprochen auf eine Frau gedeutet und meinte „She ist he Artist“ daraufhin sind wir mit ihr ins Gespräch gekommen. Sie hat uns die Idee hinter den Skulpturen erklärt, erzählt dass sie aus Island ist und nur für einen Tag in New York um zu schauen ob mit der Ausstellung noch alles stimmt. Außerdem hat sie berichtet, dass sie die Ausstellung gerne auch in Berlin zeigen möchte – so Storys erlebt man wirklich nur in NY.
Nach den Seminaren gab es dann eine Bustour im OpenAir-Bus was zwar eine tolle Idee aber bei starken Regenfällen gepaart mit Sturm eigentlich nicht zu empfehlen ist. Aber wie wir PPPler halt so sind erklärten wir das einfach zum Erlebnis an das wir uns noch lange erinnern werden. Also blieben wir mit unseren Ponchos tapfer auf der oberen Etage des Buses sitzen. Unserer Stadtführer war echt gut und hat viel über New York und das Leben dort erzählt. Nur leider haben wir keine wirklich tollen Bilder von der Tour machen können – aber es war ein Erlebnis.
Der dritte Tag (4. August)
Am nächsten Tag haben wir dann unsere Infos für die Homestaytour bekommen auf die wir alle sehnsüchtig gewartet haben. Außerdem habe ich gehört dass Dave und Mary Herzog meine Gastfamilie in Wausau sein werden. Sabrina von CDS hat uns viele nützliche Infos für die Homstaytour gegeben und uns dann endlich die langersehnten Mappen ausgehändigt. Meine Homestaytourt führte mich über Philadelphia, Baltimore und Minneapolis nach Wausau. Dabei sollte ich alle möglichen Verkehrsmittel nutzen: Greyhound, Amtrak, Flugzeug. Nach der ersten Freude über so viele Stationen kam dann bei mir der erste Dämpfer: Ich reise auf meiner Homestaytour nicht in einer Gruppe, sondern alleine. In dem Moment ein komisches Gefühl, da die meisten anderen PPPler in Gruppen von 3 – 6 Leuten ihre Homestaytour antreten werden. Bis zu dem Moment war es eine Klassenfahrt – aber da wurde uns allen Bewusst: OK ab morgen geht es wirklich los, dann beginnt das richtige Abenteuer. Natürlich drehten sich alle Gespräche danach nur um unsere Homestaytours und in welchen Gruppen wir reisen werden. Aber auch wenn ich alleine reisen musste – immerhin hatte ich eine Homestaytour manche PPPler sind direkt zu ihrem finalen Platzierungsort gefahren oder geflogen das ihr College am nächsten Tag anfing.
Da wir noch etwas Zeit bis zum Verabschiedungslunch hatten bin ich mit Hennig durch NY gelaufen, wir haben Fotos gemacht und einfach die Stadt auf uns wirken lassen. Nachdem letzten gemeinsamen Lunch (am nächsten Tag sind wir alle zu verschiedenen Zeiten aufgebrochen) wollten wir mit der Staten Islandferry fahren, die kostenlos ist und einen super Blick auf die New Yorker Skyline und die Freiheitsstatur bietet. Da ich noch meine Hosts in Philiadelphia anrufen wollte bin ich schon mal vor zum YMCA und irgendwie habe ich danach die Gruppe verpasst so dass ich erst mal alleine da stand. Nachdem ich mich über mich erstmal ordentlich über mich selber geärgert habe, habe ich beschlossen einfach mal zum Terminal der Fähre zu fahren – schließlich müssen die Anderen da ja auch vorbei kommen (ich hätte nie erwartet, dass es so schwer ist den Eingang zur U-Bahn am Times Square zu finden). Am Terminal habe ich dann zum Glück die anderen wiedergetroffen und zum Schluss waren wir bestimmt 20 PPPler auf der Fähre. Es war echt total schön und mnett aus der Stadt rauszukommen. Man merkt, erst wirklich wie man von den ganzen Gebäuden in New York „eingezwängt“ wird wenn man wieder freie Sicht in alle vier Richtungen hat – komisches Gefühl. Danach sind wir ein bisschen den Broadway entlang gegangen und haben uns zum Gaya Papya durch gefragt einem sehr bekannten Hot Dog Restaurant (naja das mit dem Bekannt dachten wir uns wohl nur, von 10 Leuten die wir gefragt haben konnten 2 eine vage Antwort geben). Schlussendlich haben wir es dann doch gefunden und die Hot Dogs sind echt gut da. Wenn jemand von euch mal in NY ist und nicht suchen will (U-Bahnh 72. Street)
Achja das System nachdem die Straßen benannt sind , nummeriert und in Street und Avenue unterteilt, kommt uns Europäern am Anfang zwar sehr komisch vor aber es geht so schnell das man sich daran gewöhnt und es zu schätzen lernt. Man kann sich super einfach orientieren und wenn man nach dem Weg fragt muss man sich nicht umständliche Beschreibungen merken sondern einfach: 4 Block in die Richtung und dann rechts in die 47St einbiegen.
Am Abend hieß es dann Koffer packen, den Leuten die Frühmorgens gefahren sind Tschüss sagen und den letzten Abend in New York genießen. Wir waren in der Sauna vom YMCA und haben prompt einen Amerikaner da getroffen der selber mal für ein Jahr in Deutschland war (mit einem anderen Programm).
Am nächsten Morgen ging es nochmal zum Frühstück und dann mit dem Bus und 20 anderen PPPler zur Pennstation. Die anderen PPPler sind dort dann den Amtrak nach Chicago (16 Stunden) gestiegen und ich habe mich alleine auf den Weg zur Haltestelle des Boltbuses gemacht, der mich nach Philadelphia bringen sollte. Es ist komisch, wie man sich von den Anderen verabschiedet hat: „Wünsch dir ein geiles Jahr, vielleicht sehen wir uns ja mal“. Ich finde das drück sehr gut aus, wie die Stimmung am letzten Tag war. Naja auf jeden Fall ging mein USA-Abenteuer dann richtig los …





