Hallo zusammen,
ich hoffe es geht euch allen gut in Deutschland? Es ist viel los hier in Wausau und die Zeit vergeht rasend schnell. Leider kann ich gar nicht übr alles, was hier so passiert ist berichten, dafür ist es einfach zu viel – aber ich habe mir ganz fest vorgenommen, ab jetzt jedes Wochenende einen neuen Eintrag zu schreiben.
Ok Schnelldurchlauf durch die letzten Wochen: Timberwolfsgames (ein Aktionstag am College mit verschieden Sportwettkämpfen und einem bunten Rahmenprogramm), ein Wochenende in Daves und Marys Haus am See an dem wir alles winterfest gemacht haben (schon ein bisschen traurig), besuch einer Konferenz zum Thema „Wie kann Central Wisconsin im globalen Wettbewerb bestehen“, die ersten Bewerbungsgespräche für das Praktikum, Volunteer Work im Theater, Besuche einer Maschinen Messe in Milwaukee und noch ganz viel mehr, was ich gar nicht mehr alles zusammen bekommen.
Außerdem haben ich die letzten zwei Wochenende super tolle Roadtrips gemacht:
Der erste mit Anke, Kristin und Caro (alle PPPler). Samstagmorgen bin ich nach Milwaukee gefahren, wo wir uns bei Caro’s Gastfamilie mit Anke und Kristin getroffen haben. Von da aus sind wir dann am Lake Michigan entlang, über Greenbay nach Marinette gefahren. Natürlich gab es jede Menge zu erzählen, über unsere Gastfamilien, College, Comummunity Service und die großen und kleinen Abenteuer die wir seit unserer gemeinsamen Zeit in New York zu bestehen hatte. Dabei haben wir festgestellt, dass auch wenn wir alle total unterschiedliche Leben in den USA haben, wir trotzdem ziemlich die selben Erfahrungen gemacht haben. Das war natürlich auch die Gelegenheit uns über die Eigenheiten der Amerikaner auszutauschen. Wir haben super viel gelacht und die Fahrzeit ist wie im Flug vergangen.
Wobei man das mit der Fahrzeit genauer erklären muss: Fest standen nur Start und Ziel den Rest der Tour haben wir dann in bester Roadtripmanier aus dem Bauch heraus entschieden. „Oh guck mal da steht ein Schild zum Beach Valley Statepark“ „Hey lass uns doch mal hier die Rustica Road lang fahren“ Auf diese sehr spontane Weise haben wir ein paar wirklich schöne Flecken Erde gesehen und wie soll man sagen: Wenn man dann die schnurgeraden Landstraße zwischen den Weizenfelder mit den vereinzelten Farmen mit den roten Scheunen lang gefahren ist und dabei den Country Radio Sender an hatte – richtiger und toller kann sich ein Road Trip einfach nicht anfühlen. Vor allem weil wir uns echt super verstanden haben und nicht einmal wirklich über die Route diskutieren mussten. Nach ein paar tollen Stationen sind wir dann in Marinette angekommen und nachdem wir im Best Western eingecheckt hatten haben wir uns von einem Taxi zum Leuchtturm bringen lassen. Von da aus sind wir dann an der Waterfront entlang zu einem Irisch Pub gegangen wo wir dann den Abend verbracht haben. Lustige Story am Rande: der Taxifahrer war wirklich überrascht, dass wir zu Fuß gehen wollten ;-).
Sonntag sind wir dann nach Door County gefahren, dass liegt auf einer Halbinsel am Lake Michigan und ist gerade im Herbst mit den Bunten Blättern einfach nur ein Traum. Dort haben wir an ein paar schönen Stellen angehalten. Gegen 20:00 Uhr waren wir dann wieder zurück in Milwaukee. Als wir uns alle so verabschiedet haben „Ok dann viel Spaß weiterhin, vielleicht sehen wir uns nochmal“ sind mir zwei Sachen klar geworden: Wie cool es doch ist im PPP zu sein, und einfach mal mit ein paar Leuten einen Road Trip zu machen und dass es ein bisschen wie ein kleiner Ausflug nach Deutschland ist. Wir kommen zusammen aus unserem Alltag machen 1-3 Tage was zusammen und dann geht jeder zurück in sein amerikanisches Leben.
Aber den besten Eindruck bekommt ihr bestimmt durch die Fotos hier:
Der zweit Road Trip war dann deutlich länger und hat auch etwas mehr Planung erfordert: Das Ziel hieß Niagara Falls: Insgesamt 2700 KM, 6 Staaten, 2 Länder und vier PPPler Stefan, Caro, Effi und ich. Donnerstagsabends nach dem College bin ich nach Appleton gefahren habe dort Stefan eingesammelt dann sind wir zusammen zu Caro in Milwaukee gefahren und haben dort eine Nacht bei ihrer Gastfamilie übernachtet. Morgens um 8:00 haben wir dann den Mietwagen abgeholt (die lange Strecke wollten wir nicht mit einen von unseren eigenen Autos fahren) dann sind wir nach Chicago und haben dort Effi eingesammelt. Von da aus ging es dann zu den Niagara Fällen wo wir gegen 22:00 Uhr angekommen sind. 14 Stunden im Auto lagen da schon hinter uns, das hört sich aber wesentlich schlimmer an als es war. Unser Mietwagen war komfortable, wir konnten uns mit vier Fahrer abwechseln und auf dem Highway geht’s hier viel relaxter zu da alle die gleiche Geschwindigkeit fahren. In unserem Hostel angekommen, ACAB Hostel was wir nur empfehlen können (also wenn man Hostels mag) wurden wir super nett von Paul empfangen, dem Besitzer des Hostels.
Da die Fälle nachts nur bis 24:00 beleuchtet sind haben wir schnell die Sachen ins Zimmer geschmissen und sind zu den Niagara Fällen gegangen. Ausnahmsweise stimmte hier sogar die Aussage: „Nur fünf Minuten von den Fällen entfernt“. Achja ich darf nicht vergessen zu erwähnen, dass wir auf der Kanadischen Seite der Fälle waren (das ist definitiv die schönere Seite mit dem besseren Blick). Auf dem Weg zu den Fällen mussten wir allerdings durch „Little Las Vegas“ . Wenn man bei den Niagara Fällen Natur erwartet, wird man bitter enttäuscht. Um die Niagara Fälle herum ist es ehr wie im Disneyland: Wachsfiguren Kabinette, Spielkasinos, Abenteuer Minigolf, Hotelbunker, Riesenräder usw. wenn man das mag ist das schon ganz cool. Sobald man dann die Fälle sieht, vergisst man aber das ganze drum herum schnell und man ist einfach nur beeindrucket von der Naturgewalt. Natürlich haben wir haufenweise Fotos gemacht und waren froh dort zu sein und den Trip gemacht zu haben.
Samstagmorgen sind wir dann Paul’s Tipps folgend erst mal den Niagara hoch gefahren und haben an ein paar Stationen einen kurzen Stopp gemacht z.B. am Whirpool. Nach ca. 1 Std (mit Stopps) waren wir dann in Niagara on the Lake ein kleines romantisches Städtchen an der Mündung des Niagara in den Lake Ontario – totales Kontrast Programm zu dem Disneyland an den Fällen selber. Nach einem Kaffee, Fotos und einem Blick über Lake Ontario auf Toronto sind wir wieder ins Auto und zurück zu den Niagara Fällen. Dort haben wir dann verschiedene Attraktionen besucht: Den „White Water Walk“ ein Steg der ein Stück unterhalb der Fälle am Niagara entlang führt und einem zeigt welche enormen Kräfte das Wasser dort aufbietet. Dann haben wir die „Journey Behind the Falls“ gemacht wo man einen Tunnel hinter den Niagara Fällen entlang geht. Ganz ehrlich: Wenn man den Adventure Pass hat, und die Attraktion da mit drin ist, ist es ganz nett ansonsten kann man sich das Geld dafür sparen. Dann lieber die „Maid oft he Mist“ Bootstour machen. Das war für mich und für die anderen bestimmt auch, das absolute Highlight der Tour. Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man mit den kleinen Bootschale vor den riesigen Niagara Fällen fährt. Gegen 17:00 Uhr sind wir dann an den Niagara Fällen aufgebrochen und sind den Niagara in die andere Richtung bis zum Lake Erie runter gefahren (30 Minuten) und sind dort zum Glück ohne größere Probleme an den Grenzkontrollen wieder in die USA. Von dort sind wir dann nach Cleveland gefahren und haben dort eine Nacht bei Natalie (einer anderen PPPlerin) und ihrer Gastfamilie übernachten können. Auch hier gab es natürlich bis tief in die Nacht jede Menge Gesprächsstoff. Morgens sind wir dann zu fünf (Natalie, Effi, Stefan, Caro und Ich) nach Cleveland zur „Rock’n’Roll Hall of Fame“ gefahren wo wir dann auch noch Marion vom PPP getroffen haben, die zufällig auch in der Cleveland war (Danke Facebook!). Danach waren wir noch kurz in der Downtown von Cleveland und als gebührender Abschluss im Hard Rock Cafe. Achja, die Hall of Fame ist direkt neben dem Stadion der Browns dem Football Team aus Cleveland, die zufällig ein Spiel an dem Tag hatten, wodurch wir unvorstellbare $25 für Parken bezahlen mussten. Auf jeden Fall sitzen wir im Hard Rock gucken das Spiel und auf einmal wird uns bewusst: Mist die spielen noch 15 Minuten und wir stehen direkt beim Stadion auf einem Parkplatz und wir müssten heute noch 8 Std. fahren. Kurzum wir haben uns so schnell wie möglich auf dem Weg zu unseren Autos gemacht und es quasi mit dem Schlusspfiff vom Parkplatz geschafft (Zum glück stand es bis zum Ende 3:3). Gegen 24:00 Uhr waren wir dann zwar total müde aber glücklich zurück in Milwaukee wo wir eine weitere Nacht geschlafen haben.
Es ist unglaublich wie viel wir in den 4 Tagen erlebt und gesehen haben. Und obwohl wir uns alle nicht so wirklich kannten, haben wir viel Spaß zusammen gehabt, haben uns wirklich super verstanden und uns gut kennen gelernt (klar bei über 24 Stunden zusammen im Auto). Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir von diesem Trip noch unser Leben lang erzählen werden.
Wenn ich eins gelernt habe auf den Trips: Die schönsten Dinge sieht man, wenn man den vermutlich schnellsten Weg verlässt. Also Leute setzt euch ins Auto und erkundet einfach mal die Umgebung in der ihr Lebt! Ich finde das macht man viel zu wenig und ich habe mir ganz fest vorgenommen, wenn ich zurück in Deutschland bin viel mehr vom Land zu sehen.
Auch von dem Niagara Fällen gibt’s natürlich ganz viele Bilder: