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Welcome to the MotorCity

Posted by on 11. Februar 2012

Ok erste Aufgabe für heute, guckt euch bitte diesen unglaublich guten Werbesport an:

http://youtu.be/SKL254Y_jtc?hd=1

Aufgabe 2 startet den passenden Song:

So jetzt solltet ihr in der richtigen Stimmung für diesen Blogeintrag sein.

Detroit, ist besonders und wahrscheinlich die Stadt mit dem schlechtesten Image in den USA – und ja, es hat seine dunklen Ecken, die verlassen Straßenzüge, die einfallenden Gebäude, Schlaglöcher, Bettler, Viertel die man nach Einbruch der Dunkelheit meiden sollte. Es gibt aber auch die guten Seiten: die Downtown in der immer mehr Cafes und Bar öffnen,  die Downtown von Ferndale, alte leerstehende Fabrikgebäude die zu günstigen aber schicken Apartments umgebaut werden – Aufbruchsstimmung liegt in der Luft. Detroit  ist ein ständiger Wechsel, im einen Moment fährt man noch durch eine Wohngegen mit schicken Häusern, biegt einmal ab und das Bilder ändert sich total .. verlassene Häuser, leere Grundstücke und eine Straße die mehr aus Schlaglöchern als aus Straße besteht.

Aber erstmal zu Detroit selber. Es gibt die eigentliche Stadt Detroit und dann gibt es Metro Detroit, dass sind die ganzen umliegenden Städte. Detroit hat das typische Rastermuster, die Straßen die quer (Westen – Osten) zu Detroit verlaufen sind mit „Meilen“ benannt und dann von der Stadt aus durch  nummeriert. Dabei bezeichnet die durch den Film bekannte „8 Mile“ die Stadtgrenze von Detroit. Ich wohne jetzt kurz hinter 9 Mile in Ferndale. Dann gibt es noch die Nord – Süd Straßen wie Woodward Avenue auf der man schnell und unkompliziertvoran kommt. In der Theorie ist es daher gar nicht so schwer sich zu orientieren, wenn man einmal das Milen und Avenue System verstanden hat ABER es sieht alles so gleich aus: Wohngebiete, die Miles und Avenues, die ewig gleichen Gebäude, Läden, Fastfood Restaurants und  Werbeplakate. Und dann ist das ganze Gebiet einfach nur riesig, man kommt nie so wirklich aus der Stadt raus. Diese Größe gepaart mit dem hohen Leerstand, die Einwohnerzahl hat sich in den letzten Jahren fast halbiert von 1.8 Mio auf 900.000 bringt natürlich eine ganze Reihe Probleme mit sich. Eine Maßnahme der Stadt ist es, leer stehende Häuser aufzukaufen und dann abzureißen und aus ganzen Blöcken wird dann Farmland. Wobei nicht alle Häuser von der Stadt abgerissen werden müssen – viele der Leerstehenden Häuser werden niedergebrannt, von Banden, Jugendlichen oder wem auch immer. Das hat solche Ausmaße angenommen dass an Halloween, obwohl Feuerwehrkräfte aus ganz Michigan in Detroit zusammen gezogen worden sind, einfach nicht genug Fahrzeuge und Feuerwehrleute da waren um alle Brände umgehend zu löschen. Daher gab es in diesem Jahr Halloween eine Ausgangsspeere für Jugendliche bei Einbruch der Dunkelheit.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch die intakten Straßenzüge und Nachbarschaften, wie hier in Ferndale, wo man eigentlich gar keinen Leerstand sieht (außer bei Gewerbeimobilien, aber wo stehen die schon nicht leer?) Aber auch die verlassen Straßenzüge können ihren eigenen Charme versprühen. Man zieht aber auch, dass Detroit einmal die reichste Stadt der USA war. Meiner Meinung nach stehen hier ein paar der schönsten Gebäude und Wolkenkratzer der USA, architektonisch ist Detroit der absolute Hammer – schade, dass ein paar der Gebäude vom Abriss bedroht sind. Ich würde euch jetzt gerne noch soviel mehr über Detroit und die Stimmung erzählen aber es gibt ja auch noch andere Sachen über die es sich zu berichten lohnt. Vielleicht zum Abschluss:  Ich mag Detroit, gerade wegen seiner Probleme und der einzigartigen Atmosphäre.

Mit meinem neuen Host Stephen verstehe ich mich auch sehr gut, er ist Ende zwanzig und arbeitet als Ingenieur bei Ford und bringt jeden Tag einen anderen Testwagen mit nach Hause. Da wir beide relativ viel und lange arbeiten und in einem alter sind, fühlt es sich mehr eine WG an – und es läuft auch viel mehr wie in einer WG hier verglichen zu Wausau. Zusammen mit der neuen Umgebung es ist eine ganz neue Erfahrung hier, was auch ganz spannend ist. Durch Steve habe ich auch wieder mit Fußball angefangen, er spielt schon seit längerem in einem Team. Wobei man Team jetzt anders verstehen muss als in Deutschland, es ist eine bunt gewürfelte Truppe die in einer kleinen regionalen Liga spielt. Das besondere ist, hier müssen nach den Regeln die Teams gemischt sein, zu jeder Zeit muss jedes Team mindestens auch zwei Spielerinnen auf dem Feld haben. Auch wenn ich ja nie so der große Fußballfan war ist es doch ganz nett, neue Leute kennen zu lernen und wenigstens etwas Sport zumachen. Ansonsten treffe ich mich relativ regelmäßig mit den anderen PPPlern die hier in der Ecke sind zum Snowboarden oder einfach um Abends auszugehen. So habe ich Neujahr mit zwei anderen PPPlern und ein paar internationalen Studenten in Ann Abor gefeiert, eine Studenten Stadt wo die berühmte Michigan University ist. Es war wirklich ein super Abend wie im Film, Bierpong auf der Veranda, die roten Bierbecher, Party im ganzen Haus und natürlich mit Partyhütten und Trompeten.

Und dann habe ich ja auch noch meinen Job bei PRG angefangen, der wirklich Spaß macht. PRG ist das weltweit größte Unternehmen für Veranstaltungstechnik und Event Production und hat Büros so ziemlich überall in der Welt. Von den olympischen Spielen, über die OSCAR-Show, der U2 360° Tour, Rock am Ring, bis zu kleinen Betriebspräsentationen kann PRG so ziemlich alles. Hier in Detroit sind wir ein relativ kleines Büro mit 10 Mitarbeitern, ohne eigenes Lager. Hauptsächlich betreuen wir hier alle Auto Show Projekte für Kunden wie Chrysler, Hyundai, Audi, VW, Smart, Mercedes, Mazda, Suzuki oder Subaru. Da gerade der Aufbau für die Detroit Auto Show lief habe ich natürlich genau zur richtigen Zeit angefangen und bin direkt mitten im Geschehen gelandet. Was am Anfang schon relativ heftig war, da es einfach ein riesen Projekt war: über 50 LKWs an Material, 2 Monate Aufbauzeit, und über 20 Projektleiter vor Ort die temporär für PRG arbeiten. Aber man wächst an seinen Herausforderungen.

Sehr cool war natürlich, dass der VW Stand von Display International gebaut wurde, einem Messebauer aus Würselen. Dadurch kam es dann das ich in Detroit  ca. 4000 KM entfernt einen anderen Zweifaller (Lausi) der als Maler  für VW dort war getroffen habe. Ansonsten war es natürlich echt cool, die Show an den Pressetagen zu sehen wenn alles relativ leer ist und die ganzen Presseevents zu gucken (das sind richtige Shows und haben wenig mit einer „Pressekonferenz“ zu tun). Die letzten beiden Wochen war ich dann in Chicago, für den Aufbau der Auto Show dort und nächste Woche geht’s dann nach Cleveland. Abreiten für PRG ist schon echt cool, selbst als Praktikant habe ich direkt mein eigenes BlackBerry und einen Firmenlaptop bekommen – aber das wichtigste ist das PRG wirklich daran interessiert ist mir die größte Erfahrung zu geben was man wirklich merkt. So habe ich z.B. jede Woche ein kurzes Gespräch mit dem PRG Praktikumskoordinator der im New Yorker HQ sitzt in dem es darum geht, ob alles gut läuft und welche Projekte für mich spannend wären.

Das waren jetzt fast zu viele Themen für einen einzigen Eintrag und ich habe das Gefühl so viel ausgelassen zu haben, aber es gibt bestimmt einen kleinen Überblick über mein neues Leben hier in den USA.

Viele Grüße

Nils

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